Kaffeesteuer in Deutschland
Veröffentlicht von: RedakteurRene|In: Ratgeber|16. November 2021

Gehört die Kaffeesteuer in Deutschland bald der Vergangenheit an?

Bereits seit dem 17. Jahrhundert gibt es die Kaffeesteuer. Sie entstand aus dem Einfuhrzoll. Sie wiederum ergab sich aus dem Versuch ein Kaffeemonopol aufzubauen. Über die Jahre hat sich die Steuer für Kaffee zu dem entwickelt, was sie heute ist. Das bedeutet, dass sie schwankte und nicht immer so hoch wie heute war. Aktuell wird eine Kaffeesteuer pro Kilogramm erhoben. Sie beträgt für Röstkaffee 2,19 Euro. Verglichen mit löslichem Kaffee ist sie relativ gering. Beim löslichen Produkt beträgt sie nämlich 4,78 Euro.

Somit ist sie mehr als doppelt so hoch wie für Röstkaffee. Die Folge dessen ist, dass der Staat aktuell über eine Milliarde Euro pro Jahr an Kaffee verdient. Mittlerweile ist die Kaffeesteuer eine Verbrauchssteuer. Sie fällt somit genau dann an, wenn die Waren auf den Markt kommen. Wer sich für einen Kaffee entscheidet, der aus Röstkaffee und löslichem Kaffee besteht, zahlt die Steuer übrigens anteilsmäßig. Das bedeutet, dass die Inhalte eines Pakets klar zu deklarieren sind, sodass eine angemessene Steuer erhoben werden kann.

Die Kaffeesteuer in Deutschland beträgt zurzeit 2,19 Euro pro Kilogramm (EUR/kg) für Röstkaffee und 4,78 EUR/kg für löslichen Kaffee. Handelt es sich um Mischungen aus beiden Formen, richtet sich der Steuersatz nach dem jeweiligen Anteil. In den Jahren 2007 bis 2013 nahm der deutsche Staat über den Kaffee jährlich rund eine Milliarde Euro ein.


Wo gibt es die Kaffeesteuer?

Aktuell gibt es nur noch sieben europäische Länder, die eine Kaffeesteuer verlangen. Das liegt daran, dass sich Menschen, die Kaffee importieren, dafür eingesetzt haben, die Steuer in anderen Ländern abzuschaffen. Auch in Deutschland finden sich Personen, die gegen die Erhebung von Kaffeesteuer vorgehen wollen. Bislang sind alle Anträge, die im Deutschen Bundestag gelandet sind, abgelehnt worden. Daher gilt bis heute noch die Steuer bei uns. Zusätzlich gibt es sie übrigens in folgenden anderen Ländern Europas:

  • Belgien
  • Litauen
  • Dänemark
  • Schweiz
  • Griechenland
  • Norwegen

In Griechenland wurde sie übrigens erst im Jahr 2017 eingeführt, um die Sparpolitik zu unterstützen.

Fällt die Kaffeesteuer auf Fairtrade Kaffee an?

Viele Menschen denken, dass die Kaffeesteuer nur auf Produkte anfällt, die industriell gehandelt werden. Doch auch fairer Kaffee wird besteuert. Doch gerade auf Fairtrade Artikel sollte eine geringere Steuer erhoben werden. So sehen es zumindest viele Initiativen in Deutschland. Sie wünschen sich gerechtere Bedingungen und versuchen bereits seit geraumer Zeit, die Steuer für Fairtrade Kaffee komplett abzuschaffen. Der Grund hierfür ist, dass sie Konsumenten/Konsumentinnen zum vermehrten Verbrauch der Kaffeevariante anregen möchten.

Bereits seit dem 17. Jahrhundert gibt es die Kaffeesteuer. Sie entstand aus dem Einfuhrzoll.
Bereits seit dem 17. Jahrhundert gibt es die Kaffeesteuer. Sie entstand aus dem Einfuhrzoll.

Welche Petitionen gibt es im Zusammenhang mit der Abschaffung der Kaffeesteuern?

Es finden sich unterschiedliche Organisationen, die Petitionen gegen die Kaffeesteuer anbieten. Zu ihnen gehören unter anderem One, OpenPetition und Change. Sie haben das Ziel, die Steuer auf fairen Kaffee abzuschaffen. Einige Erfolge sind bereits zu verzeichnen. Das gilt speziell für Petitionen, die von der NGO ausgehen. Sie wurde von Stiftungen und einem prominenten Musiker erschaffen. Das könnten auch bald bei One gelingen. Die Organisation hat sich innerhalb der letzten Jahre viel Popularität verschafft. Mit ihrem Motto „Fairness darf kein Luxus sein“ möchten sie gegen die Kaffeesteuer bei Fairtrade Kaffee vorgehen.

Die Abschaffung der Kaffeesteuer auf fairen Kaffee hat einige Vorteile. Laut einer Einschätzung von Experten würde der Absatz von Fairtrade Produkten steigen, wenn die Steuer wegfiele. So bekämen Initiativen vermehrt liquide Mittel. Auf diese Weise ist es möglich, dass sich Kooperationen besser finanzieren könnten. Dadurch erhielten gerade die Kaffeebauern/Kaffeebäuerinnen und Erntehelfer/-innen eine große Entlastung. Sie würden eine regelmäßige und faire Entlohnung erhalten und hätten so die Option, eine Vergrößerung der Landwirtschaft umzusetzen. Dadurch fänden weitere Personen eine Anstellung, was speziell in schwächeren Regionen auf der Welt eine große Verbesserung darstellen würde.

Fazit

Die Abschaffung der Kaffeesteuer kann sich positiv auf den Kaffeemarkt auswirken. Speziell beim fairen Kaffee wäre das Entfernen der Zahlungspflicht ein großer Fortschritt. Er würde nicht nur für Verbraucher von Vorteil sein, sondern sogar für Kaffeebauern/Kaffeebäuerinnen und Erntehelfer/-innen. Sie fänden nicht mehr zusätzliche Arbeitsplätze und ein sicheres Einkommen, sondern würden sogar ein faires Gehalt bekommen. Somit kann die Abschaffung der Besteuerung von Kaffee gerade für ärmere Länder eine große Hilfe darstellen, gegen Hunger und Not vorzugehen. Deshalb sollten Kaffeeliebhaber/-innen aktuelle Petitionen am besten unterzeichnen und so dabei helfen, das Steuersystem zu optimieren.

Quellen: Literatur und weiterführende Verweise

  • https://www.smart-rechner.de/kaffeesteuer/
  • https://www.cremundo.de/die-deutsche-kaffeesteuer-zahlen-daten-fakten/
  • https://finanzentest.de/steuern/kaffeesteuer

Bildnachweis:

  • https://pixabay.com/photos/coffee-cup-cappuccino-latte-2608864/
  • https://pixabay.com/photos/man-sofa-coffee-mug-cup-drink-2178466/

Wir haben diesen Test & Vergleich Januar 2022 im laufenden Monat überprüft und die Beschreibungen einzelner Produkte aktualisiert. Unsere Empfehlungen sind nach wie vor auf dem neuesten Stand. Letztes Update am 12. Dezember 2021


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